Barbara Veltjens - Qualitätsmodelle im Überblick PDF Drucken E-Mail
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Auszug:

Die Themen Qualitätsentwicklung und Qualitätsmanagement sind aus der bildungspolitischen Diskussion nicht mehr wegzudenken. Es steht nicht mehr zur Debatte, ob das Thema Qualitätsentwicklung an sich gut oder schlecht ist. Fragen der Qualität sind vielmehr zum Leitgedanken der (Weiter-)Bildungsdiskurse geworden.

In der Bundesrepublik Deutschland hat sich, anders als in vielen europäischen Staaten (vgl. Franz 2002), eine bemerkenswerte Breite und Tiefe der Diskussion sowie eine Vielfalt an Qualitätsmodellen und gesetzlichen Rahmen- und Förderbedingungen etabliert. Dieser Umstand ist zum Teil durch die föderale Bildungspolitik und Gesetzgebung zu erklären. In allen 16 Bundesländern liegen nicht nur spezifische gesetzliche Rahmenbedingungen vor, sondern innerhalb eines Landes kann es auch noch zu einer unterschiedlichen, von den jeweiligen politischen Ressorts abhängigen, bildungspolitischen Förderpraxis und damit Strukturbildung kommen. Daneben entstand abseits dieser ordnungspolitischen Bemühungen und Eingriffe (vgl. Hartz/Meisel 2006, S. 9) in den letzten Jahren auf unterschiedlichen Ebenen eine nahezu unübersehbare Vielfalt von Qualitätsmanagementmodellen. Verbände, Vereine, Universitäten, Institute und Organisationen: Die Palette der in die Entwicklung von Qualitätsmanagementmodellen involvierten Organisationen ist groß. Dass diese Vielfalt Vor- und Nachteile hat, liegt auf der Hand, denn eine große Anzahl unterschiedlicher Modelle kann, muss aber nicht zwangsläufig mehr Qualität für die Sache an sich erzeugen. So ist es für eine Weiterbildungseinrichtung, die sich für eines der Modelle entscheiden möchte bzw. soll, schwierig, die jeweiligen Vor- und Nachteile für die eigene Institution herauszufiltern und sich für das „beste Modell“ zu entscheiden. Gleichzeitig ist die Vergleichbarkeit der Qualitätssiegel, -testate und -zertifikate für die Kunden immer weniger gegeben.

Motive und Ziele der einzelnen Initiativen bzw. Modelle scheinen sich dabei nicht immer gegenseitig auszuschließen. Insgesamt kann man die aktuell auf dem Markt vorhandenen Qualitätsmanagementmodelle, neben den „alten“ und „großen“ wie ISO und EFQM, als mehr oder weniger gut ausgereift bezeichnen. Viele ähneln sich in ihrer Grundstruktur und in ihren Anforderungen. Dennoch findet man natürlich bei näherem Hinsehen Unterschiede bspw. hinsichtlich ihrer Zielgruppen oder regionalen Ausbreitung. Werteorientierung und Selbstverständnis spielen für einige eine bedeutende, für andere eine eher untergeordnete oder gar keine Rolle. Einige Modelle konzentrieren sich besonders auf den Prozess und seine Optimierung, andere haben eher das Produkt oder die Intention im Fokus, in diesem Fall den Bildungs- bzw. Lernprozess.

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